Naturheilkunde:

Die frühesten Arzneimittel entstammten dem Mineral-, Tier- und Pflanzenreich. Weitaus die größte Bedeutung hatten aber von jeher die Mittel pflanzlicher Herkunft. So beziehen sich die ältesten Überlieferungen therapeutischer Erfahrungen fast ausschließlich auf Pflanzen. Eines der wichtigsten Werke, das schon fast modern in unserem Sinne genannt werden darf, ist die "materia medica" (= Arzneibuch) des griechischen Arztes Dioskurides. Diese lebte im 1. Jahrhundert n. Chr. und wird als der erste große Botaniker und Pharmakologe (= Arzneimittelkundiger) der Geschichte angesehen. In seinem Buch das uns in einer schönen Handschrif aus dem 6. Jahrhundert erhalten ist, finden wir bereits etwa 600 Pflanzen.

Die "materia medica" hat auf die Entwicklung der Pflanzenheilkunde im abendländischen Kulturkreis wesentlichen Einfluß ausgeübt. Erst an der Pforte der Neuzeit fanden Medizin und Botanik eigene, neue Wege, die sich in den Kräuterbüchern der Renaissance ankündigten. Mit der Erweiterung der Erkenntnisse wurde auch der pflanzliche Arzneischatz in wachsendem Maße nach rationalen Gesichtspunkten überprüft. Es genügte nun nicht mehr zu wissen, daß eine Pflanze bei einer bestimmten Krankheit wirkt, sondern man begann nach den Gründen zu fragen, nach dem Warum ihrer Wirkung und ihrer Wirkungsweise.

So wurde im Laufe der Jahrhunderte aus der Pflanzen- oder Kräuterheilkunde eine wissenschaftlich begründete Heilmethode, die mit einem Fremdwort als Phytotherapie (phyton Pflanze, thera-peia - Behandlung) bezeichnet wird. Gerade in unserer Zeit hat die pflanzliche Forschung zu hervorragenden Ergebnissen geführt: die chemischen Strukturen vieler Pflanzenstoffe wurden aufgeklärt und ihr Wert als Arzneimittel gesichert. Giftpflanzen, wie Fingerhut (Digitalis), Strophanthus oder Tollkirsche (Belladonna), haben ihre Schrecken verloren. In der Hand des Arztes sind sie zu wertvollen Arzneimitteln, vorausschau- und berechenbar in ihrer Wirkung, geworden. Andererseits wurde die milde Wirkung einer großen Zahl von Pflanzen bestätigt, deren Heilkraft erst bei längerem, kurmäßigem Gebrauch offensichtlich wird. Ihr besonderer Vorteil ist, daß sie, bestimmungsgemäß angewandt, frei von schädlichen Nebenwirkungen sind und in der Behandlung nervöser, funktioneller und vieler chronischer Erkrankungen großen Nutzen haben. Nicht zuletzt dann ist ein Grund für die Wiederbelebung und Zunahme pflanzlicher Verordnungsweise zu sehen. Dazu kommt, daß die alten Menschen immer stärker das Bild der Zeit bestimmen und die erwähnten Erscheinungen dadurch um ein Vielfaches anwachsen. Allem im letzten Jahrzehnt ist die Zahl der 65jährigen um mehr als eine Million gestiegen.

Wir können ohne Einschränkung sagen: wie vor Tausenden von Jahren ist die Pflanze eines der wertvollsten Arzneimittel. Um die ganze Heilkraft der Pflanze zu gewinnen und zu erhalten, bedarf es jedoch häufig komplizierter Verfahren, die nur in den Laboratorien der pharmazeutischen Industrie durchgeführt werden können. Viele Arzneispezialitäten in den Apotheken lassen das erkennen. Daneben haben aber einfachere Zubereitungen, wie sie noch bei unseren Großeltern als Tee, in Form von Spülungen, Waschungen, Bädern usw. eine größere Rolle spielten, ihre Bedeutung behalten.

hier gibt es Informationen zur Bachblütentherapie